Heissi Maroni!

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Sie ist da, die Maronizeit! Was gibt es schöneres, als sich nach einem herbstlichen Spaziergang die Hände an heissen Maroni zu wärmen? Sie gehören einfach zur Herbst- und Winterzeit dazu.
Schade eigentlich, dass die braun rötlichen Nussfrüchte heutzutage nur noch saisonal erhältlich sind. Früher war es nämlich ganz anders.

Die Geschichte eines ehemaligen Grundnahrungsmittels

Maroni ist der gängige Begriff für Edel- oder Esskastanien. Die Edelkastanien haben ihren Ursprung in Kleinasien. Nach Europa gebracht, haben sie die Römer und bis im 18. Jahrhundert waren sie ein wichtiges Volksnahrungsmittel. Esskastanien wurden häufig als Einlage zur Suppe, Polenta, Aufläufe und als Beilage gegessen. Das lang haltbare Mehl der Früchte eignet sich bestens zum Brot backen. Auch verwendete man Kastanien als Tierfutter. Aufgrund der hohen Nützlichkeit zierte die Edelkastanie fast jeden Klostergarten.

Maroni im Tessin

Auch im Tessin hatte die Edelkastanie einen hohen Stellenwert als Grundnahrungsmittel. Der Name kommt vom italienischen “marrone” (Deutsch: Braun). Der Berufszweig “Marronai” – Kastanienberater, soll seinen Ursprung in der Leventina haben. In den Tälern dieser Region erzählt man sich, dass die Marronai aus der Not zu sogenannten Fahrenden wurden. Auch Frauen und Kinder mussten Maroni sammeln, um sie dann in reicheren Gegenden verkaufen zu können. Die Männer zogen dann in der Winterzeit weg aus dem Tessin, um sie zu verkaufen und so den Lebensunterhalt für ihre Familie zu verdienen. Historische Dokumente belegen, dass Kastanienmehl bereits im 12. Jahrhundert auf den Märkten von Locarno und Bellinzona gehandelt wurde. Die Bewohner im Tessin hegten und pflegten die Kastanienbäume als Geschenk der Natur. Die gehaltvollen Früchte galten als Ersatz für das teure Getreide und sicherte im Winter das Überleben. Die Ernte dreier Bäume soll als Ernährung für eine Person gereicht haben. Das Aufkommen von Mais und Kartoffel verdrängte sie nach und nach.

Der perfekte Snack für zwischendurch

Maroni haben einen tiefen Fettgehalt und haben viele gute Kohlenhydrate. In 100g Maroni (ca. 6 Stück) finden sich ungefähr 180 Kilokalorien und nur rund 2g Fett. Zum Vergleich mit anderen Nussfrüchten wie zum Beispiel Cashew, Erd- oder Haselnüsse: Darin stecken rund 700 Kilokalorien pro 100g und weisen einen Fettanteil von rund 70 % auf. Eine Tüte Maroni macht also satt ohne fettige Nachwehen bei dir zu hinterlassen. Maroni sind reich an Vitamin C, E, B-Vitamine, Folsäure, Eiweiss, sowie dem Provitamin A.

Wenn Sie zum Beispiel unter Krampfadern leiden, sollten Sie bei Maroni öfter zugreifen. Der Stoff Bioflavonoid Rutin soll nämlich helfen das Blut flüssiger zu machen, die Venenwände zu stärken und Entzündungen in den Venen vorzubeugen.

Frischetest und Haltbarkeit

Frische Maroni glänzen und haben eine glatte Schale. Sie sollten sich nicht eindrücken lassen. Maroni sind leider sehr wurmanfällig. Für den Wurmtest legen sie die Maroni in einen Topf mit lauwarmen Wasser. Wurmfreie und frische Maroni sinken im Wasser zu Boden. Im Kühlschrank halten sich die frischen Maroni bis zu einem Monat.

Maroni-Rezeptideen

  • Maroni Suppe
  • Maroni Butter (gesunde Variante zu Erdnussbutter)
  • Glasierte Maroni (geht auch mit Honig anstelle von Zucker)
  • Risotto
  • Maroni Schokoladen Brownies
  • Vermicelles
  • Polenta di neccio (aus Kastanienmehl)

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