Milchkuhhaltung in der Schweiz

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Schweizer Milchbäuerinnen und -bauer können mit gutem Gewissen behaupten, dass sich die Kühe wohlfühlen. So achten die meisten auf gute Konditionen für ihre Tiere und sorgen für ein glückliches Kuhleben. Denn: Obwohl die Schweizer Gesetzgebung im Tierschutz nur ein Minimum an Haltungsvorschriften vorgibt, richten sich die Schweizer Bäuerinnen und Bauern an zusätzliche, strenge Vorgaben für die Tierhaltung. Dies hat zur Folge, dass zahlreiche Kühe vom strikten Haltungsprogramm namens BTS und RAUS profitieren. Doch auch das Minimum an Haltungsvorschriften ist nicht zu unterschätzen. So gilt die Schweizer Tierschutzgesetzgebung als die strengste der Welt. Erfahre mehr zur Milchkuhhaltung in diesem Artikel.

Schweizer Tierschutzgesetz

Im Jahr 2008 wurde das seit 1981 bestehende Tierschutzgesetz vollständig überarbeitet. Es gilt als eines der modernsten und vorbildlichsten Tierschutzgesetze der Welt und hat somit eine internationale Vorbildfunktion.

So legt die Gesetzgebung grossen Wert auf das Wohl und die Würde der Tiere und regelt Aufgaben, Vorschriften und Verantwortung gegenüber diesen. Des Weiteren ist im Schweizer Tierschutzgesetz festgehalten, wie die Haltung, die Fütterung, die Ausbildung der Tierhalter*innen und auch der Transport vonstattengehen muss.

Das Drei-Stufen-Prinzip

  • Die Einhaltung der Schweizer Tierschutzgesetzgebung ist für alle Tierhalter obligatorisch.
  • Darauf aufbauend existieren freiwillige Programme der Agrarpolitik mit wesentlich höheren Anforderungen als die Tierschutzgesetzgebung (BTS- und RAUS-Programm).
  • Markenprogramme und Labels stellen spezifische, zusätzliche Anforderungen an das Tierwohl.

BTS und RAUS

In der Schweiz werden mehr als die Hälfte aller Kühe nach dem BTS-Programm gehalten. Das «besonders tierfreundliche Stallhaltungssystem» beinhaltet Massnahmen, welche das Leben der Kühe wegweisend beeinflussen. So gehören zum Beispiel eingestreute Liegeplätze, der Zugang zu Tageslicht und ein jederzeit zugänglicher Liegebereich zum BTS-Haltungsprogramm.

Vom RAUS-Programm, welches für «Regelmässigen Auslauf der Tiere im Freien» steht, profitieren 88 % aller Schweizer Kühe. Bei diesem Programm wird gewährleistet, dass die Tiere 26 Tage Weidegang pro Sommermonat erhalten. Im Winter müssen es mindestens 13 Tag sein – oder alternativ Zugang zu einem Laufhof während des ganzen Jahres. Im Vergleich zu den Nachbarländern der Schweiz ist das zwei- bis achtmal mehr Auslauf für die Tiere.

Gesunde Kühe

Gerade weil in der Schweiz die Tierhaltung so detailliert geregelt ist, sind die Tiere gesünder als im Ausland. Denn unsere Bäuerinnen und Bauern wissen den Wert der Tiere zu schätzen. Sie pflegen ihre Tiere bei möglicher Krankheit und beugen diese bereits dank bewusster und tierfreundlicher Haltung vor. So ist das Aussehen der Tiere überaus wichtig, um deren Gesundheitszustand zu analysieren.

Tägliche Audienz

Zum einen ist eine tägliche Prüfung des Gesundheitszustandes gesetzliche Vorschrift, zum anderen ist dies für alle verantwortungsbewussten Milchbäuerinnen oder -bauern eine Selbstverständlichkeit. Insbesondere beim Melken wird ganz genau hingeschaut; es ist ein wertvoller Bestandteil der Arbeit.

Euter

So ist zum Beispiel ein gesunder Euter ein Muss, um die Qualität der Schweizer Milch zu garantieren. Denn Euterentzündungen gehören zu den häufigsten Krankheiten im Bereich der Milcherzeugung und sind die zweithäufigste Abgangsursache für Milchkühe.

So gibt direkt nach dem Melken das Aussehen der Zitzen Hinweise auf deren Gesundheit. Eine rosafarbene, glatte und trockene Zitzenhaut spricht für gute Hygiene, eine sorgfältige Positionierung des Melkzeugs sowie eine gute Melktechnik.

Eigenverantwortung

Das Schweizer Tierschutzreglement ist streng und vorbildlich. So sorgen neben dem Gesetz auch staatliche Programme wie das BTS und RAUS für das Wohl der Milchkühe. Auch private Labels tragen massgebend dazu bei. Umso wichtiger ist es, bereits beim Einkauf darauf zu achten und mit einem bewussten Kauf dafür zu sorgen, dass es den Milchkühen noch besser geht.

Bei Farmy kannst du beim Kauf deiner Kuhmilch auf folgende Labels achten:

  • die Knospe
  • KAG Freiland
  • Demeter
  • das Bio Label

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