Von Engpässen und Hamstereinkäufen – der Schweizer Bauernverband gibt Antwort

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Jede Branche hat in der aktuellen Corona-Situation mit spezifischen Problemen zu kämpfen. Auch die Landwirtschaft. Doch vor welchen konkreten Herausforderungen stehen unsere Produzenten im landwirtschaftlichen Bereich? Gibt es bereits Engpässe oder kommen solche noch auf uns zu? Wie geht die Milchindustrie wohl mit dem erhöhten Bedarf um und gibt es genügend Arbeitskräfte? Diese und weitere Fragen haben wir dem Bauernverband gestellt.

Das wichtigste zuerst: In Bezug auf die Versorgung werden vom Schweizer Bauernverband keine Engpässe erwartet. Dies bestätigte Sandra Helfenstein Co-Leiterin Kommunikation beim Schweizer Bauernverband (Stand 20. April). Zudem betonte Sie, dass es überraschend viele Leute gebe, die sich für die Feldarbeit und Unterstützung der Bauern gemeldet hätten. Vor wenigen Wochen war ein Mangel an helfenden Händen noch die grösste Befürchtung der Landwirte. Der Bauernverband hat deswegen Massnahmen getroffen und ein Portal für Arbeitskräftevermittlung lanciert.

Nebst Gastarbeitern aus Nachbarländern, die laut Helfenstein nach wie vor in die Schweiz kommen, haben sich mittlerweile viele Einheimische für Aushilfen gemeldet. Auf jede ausgeschriebene Stelle melden sich fast 10 Leute.

Das Angebot im Inland (sowie auch bei den Importen) sei gleichgross wie immer. Auch erwartet der Bauernverband keinen Engpass in der Milchproduktion – trotz mancher Mahnungen gewisser Industriebetrieben. So befürchtet zum Beispiel die Branchenorganisation Milch (BOM) einen Versorgungsengpass bei Butter. Deshalb hat sie diese Woche beim Bundesamt für Landwirtschaft einen Antrag zum Import für 1000 Tonnen Butter gestellt. Milchbauern sollen durch höhere Preise für Schweizer Butter partizipieren können.

Es werden zwar aktuell mehr Milchprodukte konsumiert, aber sogleich auch viel weniger Käse exportiert. Es bleibt also mehr im Land.

Der Anschein von Engpässen entsteht vor allem durch die leeren Regale in Supermärkten. Dies geschieht aufgrund von Hamsterkäufen, von denen wir bei Farmy wirklich nur abraten können. Zum einen aus solidarischen Gründen, zudem ist aber durch Hamsterkäufe die Gefahr höher, Lebensmittel wegschmeissen zu müssen.

In verschiedenen Industrien gibt es sogar ein Überangebot. Dies ist zum Beispiel der Fall in der Gastronomie mit Fleisch und Wein. Da Restaurants (und Private) als Abnehmer für Genussprodukte ausfallen und sie in normalen Zeiten diese Waren überdurchschnittlich konsumierten, fehlt die Nachfrage.

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